Die Ursachen

"Weder Honigbienen noch Wildbestäuber bleiben von den vielfältigen
und extremen Auswirkungen der industriellen Landwirtschaft verschont"

Insbesondere Insektizide stellen die größte direkte Gefahr für Bestäuber dar

Wie ihr Name verrät, handelt es sich um Chemikalien zur Abtötung von Insekten. In der Umwelt werden sie in großem Maßstab eingesetzt, hauptsächlich im Umfeld von Kulturflächen.

Obwohl bisher nur wenige Daten darüber vorliegen, in welchem Umfang Insektizide zum weltweiten Bestäuberrückgang beitragen, zeigt sich inzwischen immer häufiger, dass sich einige Insektizide in den Konzentrationen, in denen sie im derzeitigen chemieintensiven Agrarsystem regelmäßig zum Einsatz kommen, deutlich negativ auf die Gesundheit des einzelnen Bestäubers sowie ganzer Bestäubervölker auswirken. Die beobachteten subletalen Wirkungen geringer Insektiziddosen auf Bienen sind vielfältig und unterschiedlich.

1. Physiologische Wirkungen

…die auf verschiedenen Ebenen auftreten und beispielsweise als Entwicklungsrate (d. h. die bis zur vollen Entwicklung benötigte Zeit) oder als Missbildungsrate (d. h. in den Zellen innerhalb des Bienenstocks) gemessen wurden.

2. Störungen des Sammelmusters von Honigbienen

…beispielsweise durch Auswirkungen auf Navigation und Lernverhalten.

3. Beeinträchtigung des Sammelverhaltens

…durch Bienen abschreckende und zurückweisende Wirkungen so wie Einschränkung der olfaktorischen Fähigkeiten.

4. Auswirkungen neurotoxischer Pestizide

…auf die für Insekten äußerst wichtigen Lernprozesse (d. h. Wiedererkennen von Blüten und Nistplätzen, räumliche Orientierung), die für Bienenarten umfassend identifiziert und untersucht wurden.

Etwa 35 Prozent der eisfreien Landoberfläche der Erde werden für Ackerbau und
Weidewirtschaft genutzt. Die Landwirtschaft ist eines der größten Ökosysteme
auf unserem Planeten und konkurriert in ihrer Ausdehnung mit den Wäldern.

Industrielle Landwirtschaft

Die Landwirtschaft wurde im Verlauf des vergangenen Jahrhunderts zunehmend und rasch industrialisiert.

Mehr Düngemittel und giftige Chemikalien kommen zum Einsatz, es werden immer mehr Monokulturen angebaut, und die Landwirtschaft hat sich auf zusätzliche Flächen ausgebreitet. All das hat zur Folge, dass die Landwirtschaft in ihrer derzeitigen Form außerordentlich schädlich auf die Umwelt wirkt. Die industrielle Landwirtschaft beeinträchtigt Bienen und andere Bestäuber auf verschiedene Weise, insbesondere jedoch durch folgende Faktoren:

Intensivierung der Landwirtschaft

Die Intensivierung der Landwirtschaft führt zum Verlust und zur Zerschneidung wertvoller natürlicher und naturnaher perennierender Lebensräume von Bestäubern, beispielsweise von Agroforstsystemen, Grünland, brachliegenden Feldern, Strauchland, Wäldern und Hecken.

Es wird angenommen, dass dies die wichtigste Ursache für den Rückgang von Wildbestäubern ist und sich in geringerem Maße ebenfalls auf kommerziell gehaltene Honigbienen auswirkt (Brown und Paxton, 2009; Winfree et al., 2009).

Mehr Details im Report «Bye bye Biene?»

Industrielle Monokulturen

Industrielle Monokulturen und der generell auf Äckern und in ihrer Umgebung herrschende Mangel an Pflanzenvielfalt begrenzen die Bestäubern zugängliche Nahrungsmenge in räumlicher und zeitlicher Hinsicht.

Sowohl in Großbritannien als auch in den Niederlanden wurde ein gleichzeitiger Rückgang der Pflanzenvielfalt auf lokaler Ebene und der Bienen und anderer Bestäubern aufgezeigt (Biesmeijer et al., 2006), wobei dieses Phänomen wahrscheinlich noch viel weiter verbreitet ist.

Mehr Details im Report «Bye bye Biene?»

Methoden

Durch Methoden wie Pflügen, Bewässerung und die Entfernung von Holzgewächsen werden Nistplätze von Bestäubern zerstört (Kremen et al., 2007).

Mehr Details im Report «Bye bye Biene?»

Einsatz von Herbiziden

Durch den großangelegten Einsatz von Herbiziden werden die Vielfalt und Abundanz von Wildpflanzen drastisch reduziert, was wiederum die Verfügbarkeit von Nahrung für Bienen zu einem beliebigen Zeitpunkt einschränkt.

Die chemische Zerstörung von Lebensräumen durch massiven Herbizideinsatz kann insbesondere für die Ausbreitung von Bestäubern in landwirtschaftlichen Umgebungen langfristige Folgen haben (UNEP, 2010).

Mehr Details im Report «Bye bye Biene?»

Einsatz von Pestiziden

Der großflächige und allgegenwärtige Einsatz von Pestiziden, der in den derzeitigen chemieintensiven Agrarsystemen allgemein üblich ist, kann zu einer erhöhten Sterblichkeit und/oder einer veränderten Sammelfähigkeit bei Wild- und Honigbienen führen.

Eine zusätzliche Schwierigkeit bei der Bestimmung des Einflusses von Pestiziden auf die Bestäubergesundheit besteht darin, dass an Orten, wo Pestizide intensiv eingesetzt werden, oft gleichzeitig wenige Blütenressourcen und Nistplätze zur Verfügung stehen (die für viele Wildbestäuber wichtig sind) (Kremen et al., 2007).

Mehr Details im Report «Bye bye Biene?»

Klimawandel

Viele der vorausgesagten Folgen des Klimawandels wie steigende Temperaturen, veränderte Niederschlagsmuster und unregelmäßigere oder extremere Wetterereignisse werden sich auf Bestäuberpopulationen auswirken.

Solche Veränderungen können die Bestäuber im Einzelnen und schließlich auch ihre Völker betreffen und sich in höheren Aussterberaten von Bestäuberarten niederschlagen (UNEP, 2010).

Mehr Details im Report «Bye bye Biene?»

"Außerdem wurde nachgewiesen, dass Herbizide die Toxizität einer Reihe von Insektiziden
für Fliegen und Mäuse erhöhen, was allerdings für Bienen nicht dokumentiert wurde.
Eine subletale Wirkung eines Insektizids, das die Sammeleffizienz der Biene verschlechtert,
kann sich schädlicher auf deren Gesundheit auswirken, wenn die Exposition zeitgleich mit einer
Einschränkung der Nahrungsressourcen aufgrund des Einsatzes von Herbiziden stattfindet."

− Brittany und Potts 2011

"Bestäuber sind zunehmend einem Cocktail aus Pestiziden ausgesetzt. In nur einer Pollenprobe
eines Honigbienenvolks wurden beispielsweise bis zu 17 verschiedene Pestizide nachgewiesen
(Frazier et al., 2008). Welche Auswirkungen das auf die Bienengesundheit und Bestäubungsleistungen
hat, ist nicht bekannt. Angesichts der prognostizierten Steigerung der globalen Pestizidproduktion
(Tilman et al., 2001) und des Anbaus bestäubungsabhängiger Kulturpflanzen (Aizen et al., 2008)
wird diese Problematik in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen."

− Brittany und Potts 2011

"Die mögliche Interaktion zwischen unterschiedlichen Pyrethroiden und
Fungiziden beeinträchtigt mit hoher Wahrscheinlichkeit die Bienengesundheit,
wobei die Art und Weise der Beeinträchtigung noch zu bestimmen ist."

− Mullin et al 2010

Schicke dem zuständigen Minister eine Email

Sehr geehrter Herr Minister Schmidt,

Bienen und andere bestäubende Insekten sind unersetzliche Helfer in der Landwirtschaft. Ein Großteil unserer Nahrungsmittel ist von der Bestäubung abhängig! Weltweit gehen die Bestände an Honig- und Wildbienen jedoch zurück. Spritzmittel, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden, tragen zum Bienensterben bei. Der Bienenschutz in Europa und in Deutschland reicht nicht aus. Obwohl die Gefährlichkeit von Nervengiften wie Imidacloprid, Clothianidin, Thiamethoxam und Fipronil für die Bienen anerkannt wird, gibt es lediglich eine zweijährige Anwendungsbeschränkung, die auch bereits teilweise durch Ausnahmeregelungen wieder außer Kraft gesetzt wurde. Das ist inakzeptabel. Ich fordere Sie auf:

  • Verbieten Sie für Bienen gefährliche Agrargifte sofort und ohne Ausnahmeregelungen!
  • Machen Sie ein dauerhaftes Verbot für Bienenkiller!
  • Verbieten Sie den Einsatz von Pestiziden auf ökologischen Vorrangflächen!
  • Setzen Sie sich für eine ökologisch nachhaltige Landwirtschaft ein!

 

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To:

  • Christian Schmidt
  • Wilhelmstraße 54
  • Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
  • 10117 Berlin, Deutschland
138'813

Briefe wurden verschickt

vor 44 Minuten

hat sich valentina nizzardo für die Bienen eingesetzt